Dienstag, 8. Juli 2014

Honorarberatung - die bessere Beratung?

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Hier geht es um die Frage ob man für eine Beratung in Finanzangelegenheiten bezahlen sollte oder nicht. Außerdem gibt es Infos über Honorarberatung: Was passiert da eigentlich und worauf sollte man achten? 

Logo Honorarberatung: Ölgemälde von einem Gelehrten, sozusag. einem Berater, Quelle: Wikipedia



Bei einer Beratung in Finanzangelegenheiten ist für die meisten klar: da gehe ich zu meiner Bank und das ist natürlich kostenlos (1). Doch ist das wirklich der beste Weg?

Was ist eine Honorarberatung?

Zu Beginn erstmal eine Begrifssdefinition. Was ist überhaupt ein Honorarberater? Das ist ein Berater, der Kunden in Finanzangelegenheiten berät. Dafür bekommt er ein vorher festgelegten Geldbetrag. Im Gegensatz dazu gibt es viele Berater, die bei einem Unternehmen angestellt oder selbstständig sind und von den Versicherungs- oder Finanzunternehmen eine Provision für die Vermittlung ausgezahlt bekommen.

Provision vs. Honorar

Wo das Geld für die Berater herkommt kann die Qualität der Beratung masgeblich beeinflussen. Werden Sie direkt bezahlt können sie sich voll und ganz auf die Beratung konzentrieren und dem Kunden mit all seinem Wissen zur Verfügung stehen. Können Sie das nicht, kommen sie leicht in einen Interessenkonlikt. Das Interesse der Kunden möglichst günstige Konditionen zu bekommen steht den eigenen Interessen einer möglichst hohen Provision gegenüber. Denn die Vermittlungsprovisionen für verschiedene Finanzprodukte unterscheiden sich erheblich und können im Bereich von ein paar Euro bis ein paar Tausend Euro liegen (Quelle). In manchen Instituten ist es sogar so, dass die Berater nur die eigenen Produkte verkaufen dürfen.

In der Theorie spricht man von asymetrischer Informationsverteilung und asymetrischer Betroffenheit. Beratende und Kunden haben also unterschiedliche Informationen und sind von den Auswirkungen der Beratung unterschiedlich betroffen. Eine bestmögliche Beratung ist für den Kunden am besten, für das beratende Unternehmen allerdings sehr kostenintensiv und nicht unbedingt vorteilhaft, da sie nicht unbedingt zu einer höheren Provisionszahlung führen muss. Somit haben Kreditinstitute also nicht unbedingt einen Anreiz die bestmögliche Beratung anzubieten.

Kritisch wird es, wenn die Kreditinstitute von einer gezielt falschen Beratung auch noch profitieren. Das kann der Fall sein, wenn sie ihre eigenen Produkte denen anderer Anbieter vorziehen, weil sie für die eigenen Produkte Gebühren verlangen, die ihnen selbst zu gute kommen. Es kann aber auch sein, dass sie Produkte empfehlen die eigentlich schlechtere Konditionen für die Kunden haben, aber eine höhere Provision versprechen.

Ein regulierender Faktor ist die Reputation. Besonders für freiberufliche Berater, die an einem Ort angesiedelt sind, hängen von der Reputation hab. Beraten Sie die Kunden schlecht, haben Sie auf lange Sicht ein Problem. Sie handeln daher eher im Interesse des Kunden. Strukturvertriebe (s.u.) versuchen dagegen ihre Reputation mit großen PR-Events wie Reden von Spitzenpolitikern aufzumöbeln. Das funktioniert auch, aber trotzdem schaden sie ihren Kunden.

Ein Vorteil der Vermittlung durch Provisionen ist dagegen, dass so Menschen erreicht werden, die sonst nicht an die Altersvorsorge gedacht hätten. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kunde nur bezahlt (über die Provision), wenn er mit der Beratung auch zu Frieden war.

Ein weitere Schwierigkeit bei Finanzprodukten sind die versteckten Kosten, die teilweise sehr hoch sein können. Für Laien sind diese Kosten meist undurchschaubar, selbst manche Experten tun sich dabei schwer. Die Provisionen die die Bank- oder Versicherungsberater dafür bekommen sind natürlich auch in den Kosten der Versicherung oder des Finanzprodukts enthalten. Diese können teilweise auch recht hoch sein.

Arten von Finanzberatern

"Finanzberater" ist im Moment noch kein eigenes Berufsbild, was sich jedoch bald ändern soll. So gibt es im Moment noch die unterschiedlichsten Arten von Beratern, die in Finanzfragen informieren: 

Unabhängige Honorarberater

Unabhängige Honorarberater bekommen ein festes Honorar. Meistens einen bestimmten Stundensatz, für den Sie dann eine Beratung anbieten. Sie bekommen keine Provision vom Abschluss der Verträge und sind somit freier in der Auswahl der Produkte.

Bankberater

Bankberater sind bei einer Bank angestellt und vertreiben meist eher die Produkte ihrer eigenen Häuser, da sie daran entsprechend verdienen. Die Beratung selbst ist dabei meist auf den ersten Blick kostenlos, wird jedoch über die Provision an den Berater finanziert. Diese wiederum speisen sich aus Gebühren die der Kunde letzendes selbst über das Produkt bezahlt.

Verbraucherzentralen

Verbraucherzentralen sind auch eine Alternative für eine unabhängige Beratung. Sie sind meist sehr umfassend informiert und können Preise unter denen von privaten Beratern anbieten. Allerdings sind sie auf externe Geldquellen angewiesen. Häufig werden sie von Sparkassen unterstützt. Dadurch wird Ihnen von Kritikern eine größere Sympathie für die Produkte von Banken als von Versicherungen nachgesagt.

„Unabhängige“ Finanzdienstleister/ Strukturvertriebe

Es gibt Anbieter, die Verträge mit verschiedenen Instituten haben. Das können Einzelpersonen sein, oder auch zu einem Verband zusammengeschlossen. Sie bekommen bei einem Vertragsabschluss die Provision von der Versicherung oder dem entsprechenden Institut. Das Problem dabei ist, dass sie sehr stark auf die Provisionen angewiesen sind. Sie verfügen nicht wie Bankangestellte über ein Festgehalt. Hier werden also auch Produkte bevorzugt werden, die eine höhere Provision versprechen.

Während das bei Einzelpersonen oft noch gut klappt (bei der Recherche habe ich doch recht viele positive Erfahrungsberichte gelesen) ist vor sogenannten Strukturvertrieben (AWD oder DVAG) besondere Vorsicht geboten. Hier verdienen diejenigen, die in der Hierarchie aufsteigen an den Umsätzen ihrer Untergebenen. Dadurch ist der Verkaufsdruck sehr hoch. Besonders für die angehenden Berater ist das oft eine Karrierefalle, da es sich nur für die Berater in den höheren wirklich Positionen lohnt.

Kritische Informationen über Strukturvertriebe gibt auch auf dieser locker geschriebenen Seite.

Wie findet man einen seriösen, unabhängigen Finanzberater?

Eine Schwierigkeit ist derzeit, dass es keine normierten Qualitätsstandards gibt. Jeder, der einen Gewerbeschein besitzt kann auch als Finanzberater auftreten. Normierte Standards, wie im Bereich der Versicherungen, gibt es daher nicht.
Um einen guten unabhängigen Finanzberater zu finden, kann man auf Berufsverbände zurückgreifen. Hier gibt es zum Beispiel den Finanzplaner Deutschland Bundesverband, den Berufsverband deutscher Honorarberater (BVDH) oder den Verbund deutscher Honorarberater (VDH). Die Mitgliedschaft in einem solchen Verband ist keine Garantie, aber dennoch ein gutes Indiz dafür, dass ein Berater seriös ist. Als Kunde sollte man sich auf jeden Fall vorher nach den Qualifikationen der Berater erkundigen.

Welche Fragen klärt man mit dem Finanzberater?

Ist der geeignete Finanzberater gefunden muss erstmal definiert werden, worum es bei der Beratung gehen soll: Geht es nur um die Beratung bei Einzelfragen, oder soll der Berater die gesamte Vermögensplanung über einen längeren Zeitraum übernehmen? Das sollte dann auch schriftlich festgehalten werden. Oft ist es beispielsweise notwendig, dass es nicht nur um die reine Empfehlung von Aktienfonds und Versicherungen, sondern auch um Fragen wie Erbschaftsangelegenheiten und Steuern geht.

In das erste Gespräch sollte man nicht unvorbereitet gehen. Am besten macht man sich eine Übersicht mit den Punkten die für einen selbst wichtig sind.

Bei einem ersten Gespräche erfolgt normalerweise eine Bedarfsanalyse. Welche Vermögenswerte hat der Kunde schon? Wo möchte er noch vorsorgen oder seine Versicherungen oder seinen Vermögensaufbau ausbauen?

Wie teuer ist eine solche Beratung?

Stundenlöhne von 100 bis 150 Euro sind bei freien Beratern üblich. Bei manchen Anbietern können es aber auch mal über 200 Euro werden. Bei einer Verbraucherzentrale sind es ca. 40 bis 100 Euro pro Stunde. Eine Übersicht findet sich beispielsweise hier

Fazit

Sind Honorarberatungen also wirklich besser? Generell ja, denn sie bieten die besseren Rahmenbedingungen für eine gute Beratung. Es gibt ein Interessenproblem, dass sich durch die Provisionen ergibt. Alleine durch rationales Handeln wäre es für sie so besser den Vertrag mit der höchsten Provision abzuschliessen. Dennoch kann man nicht allgemein sagen, dass Berater, die eine Provision per se schlechter sind. Neben ein paar negativen Beispielen gibt es auch sehr viele gute Berater, die auf Provisionsbasis arbeiten. Wollen diese längerfristig im Geschäft bleiben, müssen sie auch über lange Zeit guten Service anbieten. Somit wäre es auch rational den besseren Vertrag für die Kunden abzuschließen um sie länger an sich zu binden. Trotzdem ist es transparenter, wenn man den Beratern ein Honorar bezahlt.

Eine Bezahlung durch direkte Honorare sorgt für mehr Transparenz und möglicherweise gesündere Vertriebsstrukturen bei denen weniger Falschberatung erfolgt. Immerhin ist der Schaden durch die Falschberatung pro Jahr nicht unerheblich. Er wird für insgesamt alle Verbraucher in Deutschland auf 30 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt (nach einer Studie des Bundesverbraucherministeriums Quelle).

Wie auch hier empfohlen wird, ist es empfehlenswert jemanden zu finden der sich mit der Materie gut auskennt und ihm für eine gründliche Recherche gut zu bezahlen. Das können auch Bekannte sein, die sich im Finanzbereich gut auskennen.




(1) Bankberater sind nach wie vor die bevorzugten Ansprechpartner der Kunden. In einer Umfrage im Jahr 2011 gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, sie ließen sich bei Anlageprodukten von einer Bank beraten. (Quelle)

Quellen

Honorarberatung

Allgemein zu Finanzvermittlung

Strukturvertriebe

Sonstiges

  • Interessant finde ich auch diese beiden Startups für eine faire Beratung: Wertea und Rethink.



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Sonntag, 30. März 2014

Chinesische Mythen lustig erklärt

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Eine Blogvorstellung eines Blogs, der chinesische Mythen auf lustige Art und Weise erklärt: fuck yeah chinese myths. Ich finde diesen Ansatz klasse. So lernt es sich doch gleich viel leichter!

klassisches Chiensisches Gemälde von Tian E, mit Logo

Sind Geschichten und Sachverhalte einfach und lustig erklärt macht es gleich viel mehr Spaß sie zu lesen oder zu lernen. Auch bleibt dann alles viel länger im Gedächtnis.

Jetzt bin ich über einen Blog gestolpert, der chinesische Mythen lustig und mit einfacher Sprache erklärt: Fuck yeah Chinese Myths 

Der Blog ist auf Englisch und handelt von verschieden Mythen und anderen Anekdoten rund um die Chinesische Geschichte. Der Sprachstil ist amerikanischer Slang, sozusagen 白话 ;D.

Zum Beispiel gibt es einen kurzweiligen Artikel über die Opiumkriege. Hier ein Auszug davon, wie die Texte so geschrieben sind:  

funny picture of the opium wars with Lin Zexu and Charles Elliot in the Canton Factories
Charels Elliot und Lin Zexu vor dem Handelsquartier der Ausländer.
 A Li’l Background on Trade Missions Anyway, if some of you are familiar with East Asian history, you’d probably know that the Chinese (and possibly the Japanese) weren’t too keen on what they called foreigners comin’ in to trade with them, ‘cause they thought these foreigners were barbarians, or not as civilized and shiz. Which is totes funny, if you think about it - the Brits thought the Chinese were inferior, too. But while France was ditching the monarchy in 1793, the Brits sailed to China with this dude called Lord George Macartney who was all: "Hey Emperor! Um, can you like, not restrict trade and shiz? We don’t need not fixed time and date for ships to come and go, just sayin’." But the Chinese didn’t listen to him ‘cause restricting trade meant keeping social order in check, which was totes important. In 1816, the British tried this again and the Chinese were so not down wit’ that ‘cause the envoy refused to bow to the Emperor. And if you like, didn’t bow to the Son of Heaven, which was a pretty huge thang, the Emperor totally wouldn’t see you. So that was that, right? [...] weiterlesen... 

Ich finde die Idee chinesische Mythen so zu beschreiben sehr erfrischend und kreativ. So kann man auf angenehme Weise etwas dazu lernen. Was kennt ihr für Blogs oder Medien, die einem auf lustige und angenehme Weise etwas vermitteln?
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Donnerstag, 1. August 2013

Opiumkriege - Zusammenfassung

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Eine Zusammenfassung der Opiumkriege mit einem praktischen Zeitstrahl der Ereignisse, der einen guten Überblick über das Geschehen gibt: 

Ölgemälde von 1803 mit Schiffen der britischen Ostindienkompanie.
1803: Die Flotte der britischen Ostindienkompanie auf dem Weg nach China.


Ganz zu Beginn der Zeitstrahl von den Chinesischen Opiumkriegen, der eine gute Übersicht über das Geschehen gibt:




Ihr könnt ihn euch auch hier herunterladen. Er ist schon so vorbereitet, dass ihr ihn nur ausdrucken etwas zuschneiden und an die Wand zu hängen braucht. 

Die Ausgangslage: China in Hegemonialstellung


Wie so oft in der Chinesischen Geschichte ist die Ausgangslage in der sich China vor den Opiumkriegen befand wichtig für das Verständnis der späteren Ereignisse.

Karte vom gesamten Gebiet Chinas während seiner größten Ausbreitung 1820.
Das Gebiet der Qing Dynastie im Jahr 1820 zur Zeit der
größten Ausdehnung. Gelb=direkt kontrolliert,
orange=tributpflichtig. (Bild in groß)
Die Elite in China sah China ganz sprichwörtlich als Zhongguo 中国, als das Land der Mitte, als das Zentrum der Welt. China sah sich als allen anderen Kulturen der Welt überlegen. Andere Völker wurden als Barbaren betrachtet. Und dies spiegelte sich auch in den Beziehungen zu den Nachbarländern wieder: Wirtschaftliche Transaktionen durften nur im Zusammenhang mit Tributgesandschaften durchgeführt werden.

Auch spricht für die Hegemonialstellung Chinas die Tatsache, das viele der an China angrenzenden Länder in der Kultur China sehr ähnlich waren. So war der Kalender in manchen südostasiatischen Ländern beispielsweise dem chinesischen sehr ähnlich, oder die Chinesische Schrift in Japan und Korea übernommen worden. Was weiterhin für China als das kulturelle Zentrum dieser Zeit spricht ist der Umstand, das andere Völker der Region die Chinesische Hauptstadt als ihren Regierungssitz gewählt haben (man denke an die Mongolen (Yuan-Dynastie) oder die Manchus (Qing Dynastie)). Dabei hat sich China allerdings stets friedlich verhalten und sich den anderen Ländern nicht aufgedrängt.

Die Opiumkriege setzten der Hegemonie Chinas ein bitteres Ende. Gekommen ist das durch den profitablen Handel mit Opium.

Der Dreieckshandel: England - Indien - China 


Angefangen hat das Ganze mit einem Außenhandelsdefizit, das England im Handel mit Indien hatte. In den indischen Kolonien wurden Tee und andere Erzeugnisse angebaut. Das Problem dabei war allerdings, dass die Schiffe fast leer nach Indien fuhren und mit dem, in England so beliebten, Tee beladen wieder zurück. Nun kamen ein paar schlaue Geschäftsmänner auf die Idee in Indien Plantagen mit Opium anzupflanzen, dieses nach China zu verkaufen und dafür Gold und Porzellan mitzunehmen und in Indien noch Tee für den Weg zurück nach England aufzuladen. So entstand ein Kreislauf mit dem sich sehr viel Geld machen ließ.

NPG title: Robert Clive and Mir Jafar after the Battle of Plassey, 1757
Mit Waffengewalt sicherte sich die britische Ostindien-
Kompanie die Herrschaft über große Gebiete Indiens.
Die treibende Kraft hinter diesen Aktionen war die Ostindienkompanie, eine eigentlich private Handelsvereinigung, die in Indien jedoch de facto die Macht inne hatte. 1773 begann sie damit im großen Stil Opium das für China bestimmt war in Indien anzubauen.

Das war dann in den 1820er Jahren eine bedeutende Einkommensquelle für die Briten. So war der Verkaufspreis für Opium 1868-1878 bei 1.400 Rupien. Der Herstellungspreis allerdings nur 400 Rupien. Es war also ein sehr lukratives Geschäft.

Der Verkauf des Opiums lief zu Beginn über die Cohong, der Händlergilde von Kanton, die allein dazu berechtigt war mit Ausländern Handel zu treiben. Später wurde der Handel mit Opium verboten. Dann fuhren die englischen Schiffe mit ihrer Ladung vor die Chinesische Küste, wo sie das Opium, in Kisten verpackt, an kleinere Händler weitergaben, die es dann ins Land schmuggelten. Die Gewinne dabei waren so enorm, dass viele Händler ihr Leben riskierten.

Sehr wichtig waren später auch die großen Handelsgesellschaften, wie
Jardine, Matheson & Co., die die modernsten und schnellsten Schiffe hatten. Sie haben in 1830ern ca. 15 Millionen amerikanische Dollar verdient. Zum Vergleich: Ein Schiffskapitän verdiente 150$ pro Monat, eine Ziege kostete 3$. 

Der für die daran beteiligten Geschäftsleute so lukrative Opiumhandel wurde schnell zu einem Problem für die Chinesische Bevölkerung: 

Opium

Opium war in China schon lange vor den Opiumkriegen bekannt und als Medizin in Gebrauch (in medizinischen Werken tauchte es ab dem 12. Jhd. auf). Wie es dazu gekommen ist, dass die Leute es geraucht haben ist unklar. Möglicherweise kam es über Taiwan ins Land. Der erste dokumentierte Fall wurde 1729 aufgezeichnet, als ein Opiumhöllenbesitzer aufgehängt wurde.

Bild von 2 Männern, die Opium verpacken, Quelle: Drugging a nation. The story of China and the Opium Trade. Fleming H Revell Company
Zum Transport wurde das
Opium zu Ballen geformt.
Im Westen war Opium ein Schmerzmittel und weithin sozial akzeptiert. In England war die Opiumsucht weit verbreitet. Es gab sehr viele Abhängige, besonders unter den Armen, darunter auch viele Kinder. Opium wurde als harmlos angesehen und der Zusammenhang mit der Sucht war noch nicht verstanden. 1939 war Opium für die meisten Tode durch Chemikalien verantwortlich.

Die Folgen des Konsums von Opium ist sehr problematisch: Zu Beginn führt es zu Glücksgefühlen, später entsteht eine schlimme Suche, die zu verschiedenen Kreislauf- und Magenproblemen, Appetitlosigkeit und einem frühen Tod führt. Erzugserscheinungen sind:  Schmerzen, Fieber, Tränen, usw. Aber am schlimmsten war die Passivität und Lethagie, in die die Opiumsüchtigen verfielen. Dies hatte dann später nach dem ein großer Teil Chinas der Opiumsucht verfallen war, schwere Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, da ein Großteil der arbeitsfähigen Bevölkerung in den Opiumhöllen dahinsiechte. Auch war die Opiumsucht für viele Familien der Ruin, was sich in herzzerreissenden Schicksalen offenbarte. Reiche Familien konnten die finanzielle Belastung noch überstehen, aber arme Familien wurden durch die Sucht ihrer Lebensgrundlage beraubt. Sie verkauften ihre Familienmitglieder in die Sklaverei und hatten nichts mehr zu essen, wodurch viele Familien verhungerten.

Gegen diese gravierenden Probleme wollten viele Chinesen und Regierungsmitglieder natürlich etwas unternehmen:
 

Der erste Opiumkrieg


Kaiser Daoguang beschloss den Opiumhandel zu verbieten. Er beauftragte mit der Durchsetzung des Verbots den für seine Integrität berühmten Beamten Lin Zexu. Dieser setzte das Verbot auch durch und zerstörte 20.000 Kisten Opium, was ca. 6,2 Mio. Silberdollar entsprach. Das gefiel den Engländern natürlich überhaupt nicht. Queen Victoria schickte George Elliot mit einer Flotte moderner Dampfschiffe nach China. Diese waren der chinesischen marine hoffnungslos überlegen und so folgten ein paar kurze Kämpfe, gegen die die chinesische Marine nichts entgegenzusetzten hatte: der erste Opiumkrieg. (Die chinesische Marine war in einem so schlechten Zustand, dass sie sogar von unbewaffneten Handelsschiffen floh und ihre Kanonenkugeln einfach aus den Rohren plumpsten. Auch an Land war es nicht besser: Chinesische Generäle liefen bei Kämpfen einfach fort) Aufgrund der ohnmächtigen Unterlegenheit der chinesischen Streitkräfte blieb dem Chinesischen Kaiser nichts anderes übrig als den ungleichen (und echt unfairen) Vertrag von Nanjing zu unterschreiben. Darin wurde den Engländern die Öffnung einiger Häfen (Kanton, Xiamen (Amoy), Fuzhou, Ningbo und Shanghai) sowie der freie Handel mit Opium garantiert. Außerdem wurde China zur Zahlung einiger heftiger Reparationszahlungen gezwungen.

Ölgemälde vom ersten Opiumkrieg von Edward Duncan vom 13 Mai 1843
Die Chinesische Armee war den britischen Kanonenbooten
hoffnungslos unterlegen. (Bild in groß)
Die Folgen des Vertrags waren verheerend. China konnte die Einfuhr ausländische Waren nun weder verhindern noch besteuern. So kam es zu einem langsamen Ausbluten des chinesischen Staatshaushaltes. Eine Verarmung und ein großer Kapitalabfluss waren die Folge. Auch andere Kolonialmächte kamen nach China: So gab es 1844 ein Abkommen mit den USA und 1845 eines mit Frankreich. Auch diese Mächte kamen mit Kanonenbooten und zwangen China Veträge auf.

Die Ausmaße der Opiumsucht wurden nun immer schlimmer: 1854 gab es in China 3 Millionen Opiumraucher. In Shanghai waren es sogar 55% der Männer! In Shandong 15%. Im Landesinneren hingegen war es besser: dort raucht niemand. Die Anzahl erhöhte sich in den folgenden Jahren noch weiter, bis 1930 10% der gesamten Bevölkerung süchtig waren. Das waren 40 Mio. Menschen. Wie oben schon erwähnt hatte das massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und schreckliche Folgen für die Einzelschicksale.

Der zweite Opiumkrieg


Unter einem Vorwand, kam es zu einem weiteren Krieg, der zwar als offiziell Reaktion auf die Beschlagnahmung eines chinesischen Schiffes unter britischer Flagge, der Lorcha "Arrow" bezeichnet wurde, in Wahrheit aber nur der Ausdehnung des Einflussbereiches der englischen Macht diente. Dieser zweite Opiumkrieg, der auch Arrow-Krieg (wegen des Schiffes) genannt wird, war dem ersten sehr ähnlich. Auch in diesem Krieg war das chinesische Militär wieder komplett unterlegen und es kam zu einem erneuten sehr unfairen Vertrag, dem Vertrag von Tianjin. Dabei wurden weitere Städte für die Ausländer geöffnet und den Engländern umfassendere Rechte zugestanden.

Ratifizierung des Vertrags von Tianjin, Publiziert 1860, Author unbekannt
Unterzeichnung des Vertrags von Tianjin, 1858.
Sehr demütigend war auch die Meistbegünstigtenklausel, auf der sich dann die Exterritorialität der Ausländer gründete (Ausländer dürfen in China wohnen, werden aber nicht nach Chinesischem Recht bestraft, sie können also ungestraft alles machen).

Die Chinesische Dynastie war in einem katastrophalen Zustand. Die Führung war sehr ungeschickt, die Beamten total korrupt, die Bevölkerung hat sich stark vermehrt, usw. So kam es zu mehreren Aufständen, wie dem verheerendsten, dem Taiping-Aufstand, bei dem es schätzungsweise 20 Millionen Tote gegeben hat. Er wurde von dem wahnsinnigen Hong Xiuquan geleitet.

Das Ende des Opiumhandels 


Mit der Zeit hat dann der Opiumhandel an Bedeutung verloren: China hat ab Ende des 19. Jhds. begonnen selbst Opium anzubauen. Auch waren die Engländer nicht mehr so abhängig vom Opiumhandel. Außerdem waren die Chinesischen Reformbewegungen gegen Opium. 1917 wurden die letzten Kisten Opium in Shanghai verbrannte. Dennoch ging der Anbau in China selbst weiter.


Das Erbe der Opiumkriege


Die Opiumkriege und das Trauma der ausländischen Gewalt über China hatte später wichtige Auswirkungen auf die Chinesische Geschichte. So wollte die KP China, China vor dem Einfluss des Westens schützen, was dann zu der Abschotttung des Landes führte. Außerdem legitimierten sie damit ihre eigene Herrschaft. Aber auch der erzwungene Kontakt mit neuen Ideologien hat direkt oder indirekt zum Fall der Qing beigetragen.


Quellen


Folgende Bücher finde ich empfehlenswert:

Jonathan Spence - Chinas Weg in die Moderne   


Hier finden sich viele Hintergrundinformationen über die damalige Zeit und ein geschichtlicher Abriss.

Jonathan Spence, Chinas Weg in die Moderne, 1995, Carl Hanser Verlag, Link


Janine Hunt - The India-China Opium Trade in the Nineteenth Century


Janine Hunt,  The India-China Opium Trade in the Nineteenth Century, McFarland & Co Inc (Oktober 1999) Link, google books

Das ausführlichste und klarste Buch über den Opiumhandel, welches ich gelesen habe. 

Tipps, wie ich das Thema gelernt habe:

Ich hatte ich das Thema Opiumkriege in meiner Abschluss-Prüfung. Das war ein historisches Thema, bei dem es vor allem darum geht historische Daten auswendig zu lernen. Bei historischen und zeitlichen Abläufen hilft es mir immer ungemein mir einen Zeitstrahl in meinem Kopf vorzustellen, welcher mir dann ein Gerüst und eine gute Orientierung gibt. So kann ich die Informationen auch gut zusammenfassen. Habe ich einmal so ein Gerüst, fällt es mir viel leichter die Informationen einzuordnen.

Solche Lerntechniken haben mir in meinem Studium sehr weitergeholfen. Ein Buch was ich dazu empfehlen kann ist Erfolgreich Lernen lernen, von Christian Grüning. :)


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Sonntag, 7. Juli 2013

Haushaltsbuch führen

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Haushaltsbuch Logo: Bild von zwei Haushaltsbüchern aus Korea mit Kugelschreiber davor.Die Grundlage für ein gutes Finanzkonzept ist ein Überblick darüber wie viel man ausgibt und einnimmt. Um einen guten Überblick zu bekommen ist es praktisch, wenn man ein Haushaltsbuch führt.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten ist natürlich, wenn man einfach alle seine Ausgaben in einem Heft aufschreibt. Dazu gibt es auch bestimmte Vorlagen. Die sind vor allem in Korea sehr beliebt. Oder man legt eine Excel Tabelle an. Dazu gibt es auch verschiedene Vorlagen.

Da ich mein Smartphone überall mitnehme, nehme ich das dafür. Ich habe die zwei populärsten Haushaltsbuch-Apps ausprobiert: "Mein Haushaltsbuch" und "Haushaltsbuch". Der Vorteil der Apps für mich ist, dass ich alle meine Ausgaben immer zeitnah leicht unterwegs aufnehmen kann. Man kann verschiedene Kategorien anlegen, wie Einkaufen beispielsweise. Dazu kann man dann Unterkategorien anlegen wie die Namen der Supermärkte oder Ähnliches. So hat man am Ende des Monats einen guten Überblick über seine Ausgaben.

Am besten von den beiden finde ich Mein Haushaltsbuch. Die Benutzeroberfläche hat mir dabei am besten gefallen. Es gibt viele Auswahloptionen und man kann es sehr gut konfigurieren. Das Einzige, was mir an der App fehlt ist, dass es keine Synchronisation mit der Dropbox gibt. Das hat die nächste App. Ich habe dann eine Sicherung mit Titanium Backup eingerichtet, mit der ich die App jeden Abend sichere und dann zur Dropbox hochlade.


Die andere App, die ich ausprobiert habe ist der ersten sehr ähnlich: Haushaltsbuch. Diese App habe ich zuerst benutzt. Wie gesagt ist die Synchronisation mit der Dropbos sehr praktisch. So kann man die Daten nicht verlieren.























Das Gute bei beiden Apps ist, dass man die Daten im *.csv-Format exportieren kann. Das sollte man sowieso öfter machen, um bei einem Datenverlust ein Backup zu haben. Aber man kann auch so ganz einfach die ganzen Daten zwischen den Apps tauschen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Haushaltsbuch führen eine große Hilfe ist und mir einen guten Überblick über meine Ausgaben gibt. Ich möchte es jetzt gar nicht mehr missen. Es macht mich etwas sensibler gegenüber dem Geldausgeben. Wenn ich mir meine Ausgaben so anschaue kommt manche Überraschung zu Tage, die ich so nicht erwartet hätte. Aber generell kann ich nicht sagen, dass ich zuviel Geld für irgendetwas ausgebe. Das ist ja schonmal ziemlich gut! ;)

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Samstag, 1. Juni 2013

Meine Teilnahme am 5 Euro Business Wettbewerb

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2011 habe ich am 5 Euro Business Wettbewerb teilgenommen. Es war eine großartige Erfahrung, bei der ich unheimlich viel gelernt habe und viel Selbstvertrauen gewonnen habe. Bei dem Projekt haben wir Smartphonecover designt, in China bedrucken lassen und hier in Deutschland verkauft. Die Webseite des Projektes ist hier zu finden Buntes Handy Webseite.


blaues Logo vom 5 Euro Business WettbewerbDer Wettbewerb wird von Bildungswerk organisiert. Das Ziel ist es Studenten mit unternehmerischem Handeln vertraut zu machen und einen Einblick in die Praxis zu vermitteln. Neben unternehmerischem Handeln lernt man auch viele Softskills, die einem später zu Gute kommen können. Auch wenn man später nicht unbedingt selbstständig arbeiten möchte, kommt einem das Gelernte auf jeden Fall zu Gute. Aber es sind auch schon einige erfolgreiche Existenzgründungen aus dem Wettbewerb entstanden. Spontan fällt mir da "Nachtkonsum" ein, ein Nachtflohmarkt in Kombination mit Events, der nun schon seit einigen Jahren erfolgreich in München durchgeführt wird. 

Bei dem Wettbewerb hat man die Aufgabe mit 5 Euro Startkapital ein unternehmerisches Projekt durchzuführen. Nach einer Startphase in der Kurse zu Marketing, Recht, Projektmanagement, Ideenfindung und anderem angeboten werden kommt eine sechs-wöchige Praxisphase, in der das Projekt durchgeführt wird. Dabei wird man von Paten aus der Wirtschaft unterstützt.

Diese Zeit habe ich als sehr wertvoll und erlebnisreich erlebt. Ich habe so viel dabei gelernt: Zu sehen, dass es funktioniert, sich ein Projekt vorzunehmen und umzusetzen war wunderbar. Ich habe mir immer gedacht, dass kann doch nicht so schwer sein, so ein Projekt umzusetzen. Man muss nur ein paar Leute fragen, das aufsetzen und es machen. Aber da war immer eine Stimme von Zweifeln, die an mir genagt hat. Ich war mir nicht sicher ob es wirklich funktioniert, denn ich habe von so vielen gehört, die etwas Ähnliches versucht haben, aber dabei gescheitert sind. Und es war sehr erhellend zu sehen, dass so ein Projekt eigentlich ganz einfach ist, nur der Teufel steckt im Detail. Man trifft auf so viele kleine Probleme, die das Projekt dann ewig in die Länge ziehen. 

Aber die Hüllen später in der Hand zu halten und zu sehen dass es funktioniert hat, war ein großartiges Gefühl. Das hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Auch bei der Durchführung habe ich viel über mich selbst gelernt und gesehen wie ich ein großes Projekt in sechs Wochen umsetzen kann. 

Und natürlich habe ich viel Praktisches gelernt. Vom betriebswirtschaftlichem Handeln, über Steuern, Zoll und Marketing bis Design war alles dabei. Es macht einfach viel mehr Spaß und Sinn, wenn man die Sachen gleich anwendet und in der Praxis umsetzt und nicht nur in den Büchern liest. Zum Beispiel habe ich eine Marktanalyse gemacht. Das was im Buch manchmal ziemlich trocken rüberkommt war so doch sehr interessant. Ich habe hunderte von Angeboten von Hüllen durchgeschaut und analysiert welche besonders oft vorkommen. Auch habe ich das gemacht, was wie ich finde einmal alle Produktentwickler machen sollten. Ich habe mir die Bewertungen von Hüllen durchgelesen und mir aufgeschrieben was die meisten Nutzer stört und was sie gut finden. Da habe ich einige wertvolle Informationen gewonnen. Denn es kommt doch viel zu oft vor, dass ein Produkt an den Kunden vorbei entwickelt wird.



Das wir auf die Idee kamen Smartphone Cover zu bedrucken, lag auch an der Zeit. 2011 war gerade die Zeit als die Smartphones ganz im Mainstream angekommen waren. Es gab noch nicht so viele Anbieter für Smartphone Cover und wie wir bei einer Recherche herausfanden, kamen die großen Cover und Hüllen Hersteller auch gerade erst in den Smartphone Markt und registrierten erst in diesem Jahre ihre Patente auf die Produkte. Ich war also mit meinem Plan genau zur richtigen Zeit. 

Ich kann nur jedem empfehlen an einem Business Wettbewerb oder ähnlichem mitzumachen. Letztendlich haben wir keine Preise aber dafür unheimlich viel an Erfahrung gewonnen. Auch wenn so ein Projekt einem manchmal ein wenig Ehrfurcht einflössen kann, so kann ich doch nur jedem empfehlen bei so einem Projekt mitzumachen. Und wenn man es zusammen im Team angeht ist es auch gar nicht mehr so schlimm. Wenn du noch mehr über das Projekt erfahren willst, lies doch einfach hier weiter: Buntes Handy - Einführung. Viel Spaß!
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Sonntag, 5. Mai 2013

Die eigene Abschlussarbeit herausbringen

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Bild von einer gebundenen AbschlussarbeitDas Veröffentlichen von Abschluss- oder Seminararbeiten bringt viele Vorteile. Zum einen kann man dies bei Bewerbungen günstig einbringen. Besonders bei einer akademischen Karriere ist das wichtig. Andererseits kann man, wenn es gut geht, ein wenig Geld damit verdienen. Und nicht zuletzt können so andere von dem Wissen teilhaben. Rein rechtlich ist das Veröffentlichen kein Problem.

Bei der Veröffentlichung hat man generell zwei Optionen. Man kann die Arbeit durch einen wissenschaftlichen Verlag veröffentlichen lassen oder man nutzt einen "Books on Demand" Anbieter, der die Bücher bei einer eventuellen Bestellung gleich ausdruckt. Beides hat Vor- und Nachteile. 

Veröffentlichung durch einen Verlag:

Klassischerweise gibt man die Autorenrechte an den Verlag ab und erhält dafür einen Festbetrag. Am ehesten sind hier Uni-Verlage zu empfehlen, bei denen man eine Festpauschale bekommt. Das sind normalerweise mehrere hundert Euro. Die kommen wohl davon zu Stande, dass die Bücher automatisch von den Unibibliotheken gekauft werden. Für viele sehr spezialisierte, wissenschaftliche Arbeiten ist dabei wohl die Wahrscheinlichkeit am größten, dass man noch etwas für die Arbeit bekommt und sie einer kleinen Leserschaft bekannt zu machen. Ein Beispiel ist der Universitätsverlag der Universität Bochum.

Für die Veröffentlichung von akademischen Arbeiten sind Wissenschaftsverlage natürlich besonders geeignet. Hier wäre zum Beispiel der Tectum Verlag oder der Akademikerverlag zu nennen.

Vorsicht ist vor manchen unseriösen Anbietern geboten, die damit werben kostenlos die Bücher zu vertreiben. Man bekommt da nur ab einer bestimmten Schwelle Geld dafür. Diese wird allerdings normalerweise nicht überschritten. Einen guten Überblick über die Anbieter gibt dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Books on Demand Anbieter

Diese Anbieter drucken nur auf Anfrage. So entstehen keine großen Investitionskosten, da keine Mindestanzahl von Büchern gedruckt werden müssen und auch keine Gebühren für Lagerkosten anfallen. Hier sind Anbieter wie epubli, BOD oder Lulu zu nennen. Careca hat dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben und die Books on Demand Anbieter miteinander verglichen. Dafür können allerdings monatliche Gebühren anfallen, die mitunter recht teuer sein können. Der billigste Anbieter dabei ist wohl BOD mit einmalig 39 Euro und danach je 1,99 Euro pro Monat.

Die für wissenschaftliche Arbeiten beste Art, die ich bisher gefunden habe ist grin.de Hier muss man von vorneherein gar nichts bezahlen und man ist automatisch bei den größten Bücherverkäufern, wie Amazon dabei. Das kann dann zum Beispiel so aussehen: Magisterarbeit über Infrastrukturpolitik zur Expo 2010 bei Grin.de. Diesselbe Arbeit ist auch bei Amazon zu finden: Magisterarbeit über Infrastrukturpolitik zur Expo 2010.

Fazit

Ich habe mich am Ende nach langer Recherche für den Grin-Verlag entschieden. Die Nutzerbewertungen waren bei dem Verlag am besten, das Bezahlmodell fair, die Verknüpfung mit Amazon und anderen Online Shops gegeben und das Portal selbst ist auch recht populär.

Meine Erfahrung damit waren bisher allerdings ernüchternd. Ich habe die Arbeit seit circa einem Jahr bei Grin.de drin stehen. Aber bisher wurde noch kein einziges Exemplar verkauft. Wir dürfen gespannt sein, wie es sich entwickelt.
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Sonntag, 10. Februar 2013

Die Produktivität mit dem Smartphone steigern

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Mit den richtigen Apps kann man sein Smartphone dazu benutzen seine Produktivität enorm zu steigern.Man kann seine To-Do-Liste mit Apps wie Astrid organisieren oder seine Gedanken und Notizen mit Apps wie Evernote sammeln. Darüberhinaus gibt es aber auch Apps, die genau für die Erhöhung der Produktivität entwickelt wurden. Dazu habe ich einmal mehrere Apps aus dem Play Store ausprobiert:

Am besten hat mir dabei Habit Streak gefallen. Dabei geht es darum neue Gewohnheiten zu etablieren. Möchte man zum Beispiel regelmäßig an seinen Projekten arbeiten, mehr Sport machen oder ein andere Ziel erreichen, hilft die App einem dabei.  

Die Theorie dahinter ist, dass wenn man es erstmal zwei Wochen lang geschafft hat, jeden Tag seine Wunschhandlung zu wiederholen, hat man eine neue Gewohnheit ("habit") geschaffen. Man hat sich also daran gewöhnt und es fällt einem von nun an leichter die Handlung zu wiederholen. Das ist eine etwas abgewandelte Technik, die in einem Artikel auf Lifehacker beschrieben worden ist. 

Diese App hat sich bei mir durchgesetzt. Am bestechendsten war die Einfachheit in der Bedienung und die Motivation die ich durch das Abhaken bekommen habe. 

My Effectiveness Habits ist eine etwas komplexere App. Sie ist in mehrere Bereiche aufgeteilt. So kann man im ersten Teil seine Ziele aufschreiben und sich immer wieder ins Gedächtnis rufen. Man kann sich klarmachen woher positive und negatice Einflüsse auf die eigene Motivation kommen und was die eigenen Rollen sind, die man im Alltag ausübt.

Als nächsten Punkt gibt es ein schönes Raster, in dem man seine Aufgaben, je nach Priorität ordnen kann. Auch das ist eine wichtige Produktivitätstechnik: Hierbei erstellt man vier Quadranten, die in wichtig/nicht wichtig und dringend/nicht dringend aufgeteilt sind. Diese Aufteilung hilft einem die alltäglichen Aufgaben nach ihrer Priorität zu ordnen. Die Aufgaben kann man dann auch in einen Wochenplan einordnen.

Die App ist eine super Art seine Aufgaben zu ordnen und kann einem sehr helfen seine Ziele klarer zu sehen, besser zu strukturieren und so auch eher zu erreichen. Abgeschreckt hat mich etwas das Maß an Arbeit, was man hinein stecken muss, damit es funktioniert.

Daneben habe ich noch The Habit Factor getestet. Diese App funktioniert aber im Grunde wie Habit Streak, ist aber aufgrund des hohen Preises und eines schrecklichen User Interfaces nicht zu empfehlen.

Mich interessiert, was ihr für Erfahrungen mit Produktivitäts-Apps gemacht habt. Nutzt ihr welche regelmäßig? Und funktioniert es?
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